Reis für Babys ist ab Beikostreife erlaubt. Weil Reis von Natur aus mehr Arsen aufnimmt als andere Getreide, kommt es auf zwei Dinge an: welchen Reis du kaufst und wie du ihn kochst. Am besten eignet sich weißer Basmatireis. Wenn du ihn wäschst, 5 Minuten in viel Wasser vorkochst, abgießt und dann fertig garst, sinkt der Arsengehalt um bis zu 74 %. Wechsle Reis mit anderen Getreiden ab, dann darf er ganz normal auf den Speiseplan.

Ab wann dürfen Babys Reis essen?
Ab Beikostreife, also sobald dein Baby stabil sitzt, gezielt nach Essen greift und der Zungenstreckreflex nachlässt. Ein eigenes Mindestalter für Reis gibt es nicht. Gekochter Reis ist weich und lässt sich mit Gaumen und Kauleisten zerdrücken, Zähne braucht dein Baby dafür nicht.
Für das Getreide in der Beikost gilt: Abwechslung. Reis ist eine von vielen Sorten, neben Hafer, Hirse, Dinkel, Weizen oder Mais.
Warum steckt Arsen im Reis?
Arsen kommt in Boden und Wasser natürlich vor. Reis wächst auf gefluteten Feldern und nimmt dabei mehr davon auf als Getreide, das auf trockenen Feldern wächst. Wie viel im Korn landet, hängt vor allem von der Anbauregion ab. Das meiste sitzt in den äußeren Schichten des Korns.
Gesundheitlich relevant ist das anorganische Arsen. In großen Mengen und über lange Zeit kann es Krebs fördern und Gefäße und Nerven schädigen. Eine Menge, die als sicher gilt, konnte bisher nicht festgelegt werden. Deshalb gilt: so wenig wie möglich, ohne Reis komplett zu streichen.
Ist Reis für Babys gefährlich? Ein Blick über den Tellerrand
Für mehr als die Hälfte der Menschen auf der Welt ist Reis das wichtigste Grundnahrungsmittel, das sagt die Welternährungsorganisation FAO. In China, Japan, Indien, Thailand oder in Südamerika essen Babys Reis oft jeden Tag, viele bekommen als erste Beikost einen Reisbrei. Dort ist es selbstverständlich, Reis vor dem Kochen gründlich zu waschen und in viel Wasser zu garen.
Das zeigt: Reis muss kein Tabu sein. Wenn du gute Sorten wählst, den Reis richtig kochst und ihn mit anderen Getreiden abwechselst, darf dein Baby ihn mit gutem Gefühl essen. In Deutschland wird beim Thema Reis gern viel Panik gemacht. Hilfreicher sind ein paar klare Regeln.
Welcher Reis ist für Babys am besten?
| Reissorte | Arsen | Für dein Baby |
|---|---|---|
| Weißer Basmatireis (Indien, Pakistan) | niedrig | Erste Wahl |
| Jasminreis (Thailand) | eher niedrig, weniger Messdaten | Gut geeignet |
| Europäischer Reis (z. B. Italien, Spanien) | meist niedriger als asiatischer Reis | Gut geeignet, z. B. Milchreis, Risotto |
| Naturreis (Vollkornreis) | höher, weil das Arsen in der Schale sitzt | Ab und zu, gut vorgekocht |
| Reiswaffeln, Reisflocken, Reisdrink | oft höher | Selten, siehe unten |
Basmatireis enthielt in Tests von Consumer Reports etwa halb so viel anorganisches Arsen wie die meisten anderen Sorten, auch Öko-Test fand in Basmatireis nur Spuren. Die Herkunft muss in der EU nicht auf der Packung stehen. Wenn sie draufsteht, ist das ein Pluspunkt.
Hole dir die 0 € Beikost-Lebensmittelliste

Reis für Babys richtig zubereiten
Mit dieser Methode der Universität Sheffield bleibt deutlich weniger Arsen im Reis, die Mineralstoffe bleiben weitgehend erhalten:
- Waschen: Den Reis in einem Sieb unter fließendem Wasser spülen, bis das Wasser klar bleibt.
- Vorkochen: Reichlich Wasser zum Kochen bringen, den Reis hineingeben und 5 Minuten sprudelnd kochen.
- Abgießen: Das Wasser abgießen und den Reis kurz mit frischem Wasser abspülen.
- Fertig garen: Den Reis mit frischem Wasser bei niedriger Hitze und geschlossenem Deckel garen, bis das Wasser aufgesogen und der Reis weich ist.
So enthält weißer Reis bis zu 74 % weniger Arsen, Naturreis über 50 % weniger. Salz kommt keins ins Wasser. Für dein Baby darf der Reis ruhig etwas weicher sein als für die Großen.
Wenn es schnell gehen muss: Reis in viel Wasser kochen wie Nudeln und das übrige Wasser abgießen. Das senkt den Arsengehalt ebenfalls, nur etwas weniger.
Babybrei mit Reis: Reisbrei selber machen
Für einen Reisbrei kochst du weißen Reis nach der Methode oben besonders weich und pürierst ihn mit Muttermilch, Pre-Milch oder etwas Kochwasser vom Gemüse. Auch Milchreis aus Rundkornreis eignet sich, er wird von allein cremig.
Wenn du fertige Reisflocken oder Reisbrei kaufst, nimm Produkte, die ausdrücklich für Säuglinge und Kleinkinder sind. Für sie gilt in der EU ein strengerer Höchstgehalt von 0,1 mg anorganischem Arsen pro Kilogramm. Reisflocken aus dem normalen Regal sind dafür nicht gedacht. Und auch hier: abwechseln mit Hafer-, Hirse- oder Dinkelbrei.
Reiswaffeln für Babys
Reiswaffeln sind vergleichsweise hoch mit Arsen belastet und bringen kaum Nährstoffe mit. Die Verbraucherzentrale rät, sie den ganz Kleinen eher nicht zu geben. Für unterwegs sind weiche Brotstücke, Hirsebällchen oder selbst gebackene Kekse die bessere Wahl. Ideen findest du bei meinen zuckerfreien Snacks für Babys und Kleinkinder.
Reisdrink, Reismilch und Reissirup
Reisdrink: Er ist kein Ersatz für Muttermilch oder Pre-Milch. Die britische Lebensmittelbehörde FSA rät, Kindern unter 5 Jahren keinen Reisdrink als Milchersatz zu geben, weil sie im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht viel davon trinken würden. Ein Schuss im Porridge oder im Gebäck ist etwas anderes als ein Glas am Tag.
Reissirup: Er ist Zucker in flüssiger Form. Im ersten Lebensjahr sollte dein Baby keinen zugesetzten Zucker bekommen, also auch keinen Reissirup.
Wie oft darf mein Baby Reis essen?
Eine feste Höchstmenge gibt es nicht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät, Babys und Kleinkinder nicht ausschließlich mit Reisprodukten zu ernähren und Reis mit anderen Getreiden abzuwechseln. Eine Portion gut gekochter Basmatireis zum Mittagessen ist kein Problem. Problematisch wird es erst, wenn morgens Reisbrei, nachmittags Reiswaffeln und abends Reisdrink auf dem Plan stehen.
🎁 Für eine kostenlose Leseprobe, schreibe mir eine Nachricht auf
👉Instagram @baby_ida_isst mit dem Wort: „Beikostbuch“
Wie biete ich meinem Baby Reis an?
- Ab Beikostreife bis etwa 8 Monate: Klebriger Reis lässt sich gut greifen. Forme kleine Bällchen oder drücke Reis zu einer Rolle, die dein Baby mit der ganzen Hand halten kann. Du kannst auch einen Löffel mit Reisbrei vorladen und ihn deinem Baby in die Hand geben.
- Mit Pinzettengriff: Jetzt kann dein Baby einzelne Körner aufsammeln. Das dauert, ist aber eine gute Übung.
- Ab 1 Jahr: Reis mit Löffel oder Gabel, als Reispfanne oder Risotto mit am Familientisch.
Einzelne Reiskörner bringen viele Babys zum Würgen. Das ist ein Schutzreflex und kein Verschlucken. Mehr dazu im Beitrag Erste Hilfe beim Verschlucken.
Rezepte mit Reis für Babys
Häufige Fragen zu Reis für Babys
Ist Vollkornreis gesünder für mein Baby?
Vollkornreis hat mehr Ballaststoffe und Mineralstoffe, aber auch mehr Arsen, weil es vor allem in der Schale sitzt. Für Babys ist weißer Reis deshalb die bessere Alltagswahl. Naturreis darf ab und zu auf den Teller, dann gut gewaschen und vorgekocht.
Ist Bio-Reis weniger belastet?
Nein, nicht automatisch. Arsen kommt aus Boden und Wasser, nicht aus Spritzmitteln. Entscheidend sind Herkunft, Sorte und Zubereitung.
Muss ich Reis für mein Baby waschen?
Ja. Waschen allein entfernt nur einen Teil des Arsens, zusammen mit dem Vorkochen in viel Wasser ist der Effekt deutlich größer.
Wie lange kann ich gekochten Reis aufbewahren?
Gekochten Reis schnell abkühlen lassen, innerhalb von einer Stunde in den Kühlschrank stellen und innerhalb von einem Tag essen. Nur einmal aufwärmen und dann richtig heiß. In Reis können sich sonst Bakterien vermehren, deren Giftstoffe beim Erhitzen nicht zerstört werden.
Darf mein Baby Milchreis essen?
Ja. Koch ihn ohne Zucker, die Süße kommt von Obst wie Banane oder Apfel. Milch darfst du im Milchreis ab Beikostreife verwenden, weil sie hier verarbeitet ist und nicht als Getränk dient.
Hole dir die 0 € Beikost-Lebensmittelliste

