Stillen und Beikost – Stillberaterin Jana erklärt wie es geht

Beikost und Stillen Stillberatung

Beikost und Stillen gehen Hand in Hand. Anders als Beikostpläne suggerieren, ist Beikost in erster Linie nicht zum Abstillen gedacht. Stillberaterin Jana spricht im heutigen Experteninterview über Stillen und Beikost. 

6 Monate ausschließliches Stillen

Ausschließlich Stillen heißt: Nichts außer Muttermilch.

Die WHO empfiehlt 6 Monate ausschließliches Stillen, danach neben der BeIkost, bis mindestens zum zweiten Geburtstag weiterhin nach Bedarf Stillen, und darüber hinaus solange Mutter und Kind das wünschen.

Denn Stillen hat für Mutter und Kind vielfältige gesundheitliche Vorteile, die zunehmen je länger gestillt wird.

Besonders wichtig ist, die unterstützende Wirkung der Muttermilch für das Immunsystem des Kindes, auch in der aktuellen Pandemie Situation. Aus diesem Grund profitieren auch gerade ältere Stillkinder in „Fremd“-betreuung vom „Langzeit“-stillen. 

Beikost ergänzt die Stillmahlzeiten

Beikost heißt Beikost weil sie die Stillmahlzeiten ergänzt. Zur Stillmahlzeit gibt es anbei etwas feste Nahrung.

Im ersten Lebensjahr bleibt Muttermilch (oder ersatzweise Pre-Nahrung) das Hauptnahrungsmittel.

Nach 6 Monaten ausschließlich Stillen wird dieses durch verschiedene Lebensmittel ergänzt.

Dies dient der Allergieprävention und dem Erlernen der entsprechenden Mundmotorik, wie Kauen, Schluck und Sprechen.
Die Beikost schließt die Lücke zwischen Energiebedarf und Energiegehalt der Muttermilch.

Das Heißt im Klartext:
Die Menge an Muttermilch nimmt in den ersten Beikost-Monaten und ggf. auch deutlich länger nicht ab. Es kommt lediglich so viel Nahrung hinzu, wie das Kind darüber hinaus braucht.

Wer entscheidet was und wie viel gegessen wird?
Richtig. Das Kind.

Das geht durch achtsames anbieten statt füttern deutlich einfacher.

Und auch weit über den ersten Geburtstag hinaus liefert Muttermilch wertvolle Nährstoffe, Immunstoffe. Zudem ist das Stillen ist eine wunderbare Möglichkeit zur Co-Regulation.

Jana, Stillberaterin und 2fach Mama

Ich Stille jetzt seit über 2 Jahren und ich habe viele Frauen durch den Beikoststart, hinein in das Langzeitstillen/ Kleinkindstillen beziehungsweise Normalzeit-Stillen, oder wie auch immer du es nennen magst, begleitet.

Stillen ist so viel mehr als Nahrungsaufnahme. Stillen fördert die Bindung, spendet Trost und ist prima #stillenistliebe.

Mein Sohn sagt „Mama trinken“
Das bringt es auf den Punkt, oder? 

3 Fragen an Stillberaterin Jana:

Wie viel Stillen bei Beikost?

Weiterhin nach Bedarf. So oft oder viel, wie dein Baby mag.

Die tatsächliche Menge ist sehr individuell. Wichtig ist nur, dass Muttermilch im ersten Jahr Hauptnahrungsmittel bleiben soll. Bei vielen Kindern wird sich die Stillhäufigkeit in den ersten Beikostmonaten aber kaum reduzieren, sondern eher erhöhen.
Die Beikost ist aufregend und setzt viele neue Reize, die verarbeitet werden wollen. 

Vor oder nach der Beikost Mahlzeit stillen?

Am besten beides.

Davor ist es wichtig für die Verdauung und es sorgt dafür, dass das Kind nicht hungrig am Tisch sitzt. Die Beikost dient am Anfang zum Erkunden, Begreifen, Essen üben. Das geht am besten, wenn man weder hungrig noch müde ist.

Danach wollen die meisten Kinder stillen um die fehlenden Kalorien noch aufzufüllen, die vielen neuen Reize zu verarbeiten und oft bietet sich ja auch das Einschlafstillen an.

Wieviel Beikost ersetzt eine Stillmahlzeit?

Im ersten Lebensjahr wird gar keine Stillmahlzeit ersetzt und auch im zweiten Lebensjahr empfiehlt die WHO weiterhin stillen nach Bedarf.

Die meisten Kinder lassen irgendwann von ganz alleine Mahlzeiten weg. Die Menge die sie dafür Essen müssen ist dabei sehr individuell. Oft wird auch nachts dann vermehrt gestillt, um ein eventuelles Kaloriendefizit tagsüber auszugleichen.

Die wichtigste Antwort auf fast alle Beikost-Fragen in Kürze:

So lange weiterhin nach Bedarf gestillt wird und das Kind altersgerecht die Möglichkeit hat am Familienessen teilzunehmen, ist die tatsächlich gegessene Menge nicht relevant.

Wenn ein Kind überhaupt kein Interesse an fester Nahrung zeigt, sollte eine Abklärung beim Arzt erfolgen. Ein zu niedriger Eisenwert kann den Appetit hemmen und orale Restriktionen können den Vorgang des Kauens und Schluckens massiv erschweren. 

Hi! Ich bin Jana.

Frisch 35 Jahre alt und zweifache Mama. Lehrerin für Biologie und Chemie am Gymnasium, Yogalehrerin (BYV) und Stillberaterin bei der AFS (Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen).

Nach einem schwierigen Start stille ich meinen Sohn nun seit knapp über 2 Jahren.

Seit über einem Jahr berate ich ehrenamtlich und auf Spendenbasis (werdende) Mamas bei Fragen rund ums Stillen und bin dabei in Kontakt mit verschiedenen Fachkräften.

Ich berate per Chat, E-Mail, Telefon oder persönlich. Ganz wie du es möchtest ❤️

Du findest mich auf Instagram: @stillbegleitungmitjana

Aber natürlich auch über meine Website: stillbegleitungmitjana.business.site

Vielen Danke liebe Jana, für diesen tollen Beitrag!

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Beikostbuch erfahrungen
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