Beikost starten: wann und mit welchem Gemüse?

Mit der Beikost startest du, sobald dein Baby beikostreif ist, meist um den 6. Monat. Für den Anfang eignet sich weich gegartes Gemüse wie Karotte, Pastinake, Kürbis, Süßkartoffel, Zucchini oder Brokkoli. Ob als Brei oder als Fingerfood, entscheidest du. Eine feste Reihenfolge gibt es nicht, und eisenreiche Lebensmittel dürfen von Anfang an dabei sein.

Du stehst kurz vor dem Beikoststart und fragst dich, wann es losgeht und womit? Bei Ida waren die ersten Wochen holprig, und vieles landete auf dem Boden statt im Mund. Das ist normal. In diesem Beitrag findest du alles für einen entspannten Start, egal ob dein Baby Brei bekommt, Fingerfood oder beides.

Wann mit Beikost starten? Baby mit 5, 6 oder 7 Monaten

Der Start richtet sich nach der Beikostreife, nicht nach dem Kalender. Bei den meisten Babys ist es um den 6. Monat so weit. Laut Netzwerk Gesund ins Leben startest du frühestens mit Beginn des 5. Monats und spätestens mit Beginn des 7. Monats, aber nur dann, wenn dein Baby auch die Reifezeichen zeigt.

Diese drei Zeichen zeigen dir, dass dein Baby bereit ist:

  • Es kann mit wenig Hilfe aufrecht sitzen und den Kopf sicher halten.
  • Es greift gezielt nach Essen und führt es zum Mund.
  • Es schiebt Essen nicht mehr automatisch mit der Zunge wieder raus. Wie du das prüfst, liest du in meinem Beitrag Zungenstoßreflex testen.

Mehr dazu in meinem Beitrag zu den Reifezeichen für die Beikosteinführung.

Dir wurde Brei mit 4 Monaten empfohlen? Warum das heute zu früh ist, liest du in Babybrei ab dem 4. Monat.

Bereit für Beikost: 3 Zeichen der Beikostreife, aufrecht sitzen, gezielt greifen, kein Zungenstoßreflex

Brei oder Fingerfood: wie willst du starten?

Beides ist ein guter Weg, und du kannst beides kombinieren.

Mit Brei fütterst du dein Baby mit dem Löffel. Klassisch beginnt der erste Brei mittags mit einem Gemüsebrei. Rezepte und Tipps findest du unter Babybrei und Beikostrezepte.

Mit Fingerfood (BLW) isst dein Baby von Anfang an selbst, mit weich gegarten Stücken. Wie das klappt, liest du in BLW-Start: so beginnst du mit Baby-led Weaning.

Eine Übersicht mit über 100 geeigneten Lebensmitteln findest du in meiner Beikost-Lebensmittelliste als PDF.

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Welches Gemüse zum Beikoststart?

Gut für den Anfang ist mildes Gemüse, das schön weich wird. Du kannst aber genauso mit Obst starten oder beides mischen.

Gemüseals Breials Fingerfood
Karottegekocht, püriertdicke Sticks, sehr weich gegart
Pastinakegekocht, püriertSticks, weich gegart
Kürbis (Hokkaido)gekocht, püriertSpalten, weich gegart
Süßkartoffelgekocht, püriertSticks oder Spalten, gedünstet
Zucchinigedünstet, püriertdicke Sticks mit Schale, gedünstet
Brokkoligedünstet, püriertRöschen mit Stiel als Griff
Blumenkohlgedünstet, püriertRöschen mit Stiel als Griff
Kartoffelgekocht, püriertSpalten, weich gekocht
Erbsengekocht, püriertzerdrückt
Gurkefein geriebendicke Sticks ohne Kerne

Probe-Regel für Fingerfood: Du kannst das Stück zwischen Daumen und Zeigefinger zerdrücken. Nach dem Garen ein paar Tropfen Rapsöl dazu, welches Öl passt, liest du in Öl in der Beikost.

Welches Gemüse zum Beikoststart: Karotte, Pastinake, Kürbis, Süßkartoffel, Zucchini, Brokkoli und Kartoffel als Brei oder Fingerfood

Gibt es eine Reihenfolge bei der Beikost?

Nein. Du musst nicht jedes Lebensmittel mehrere Tage einzeln testen, und du musst auch nicht mit Gemüse anfangen. Dein Baby darf jeden Tag etwas Neues probieren: Gemüse, Obst, Getreide, durchgegartes Ei und Milchprodukte wie Naturjoghurt. Du darfst auch von Anfang an mischen, ein Karotten-Hirse-Brei geht schon am ersten Tag.

Vielfalt ist sogar gewünscht. Laut der S3-Leitlinie zur Allergieprävention gibt es Hinweise, dass eine abwechslungsreiche Ernährung im ersten Lebensjahr vor Allergien schützen kann.

Und wenn mein Baby etwas nicht verträgt?

Die meisten Lebensmittel lösen keine Allergie aus, und echte Reaktionen beim Beikoststart sind selten. Alles zu Allergien und Unverträglichkeiten findest du in meinem Beitrag Allergierisiko fürs Baby: wann welche Lebensmittel einführen?. Wenn du es ganz genau wissen willst, geht mein Leitfaden Allergien in der Beikostzeit noch mehr ins Detail.

Nitratreiches Gemüse wie Rote Bete oder Spinat gibst du anfangs eher selten und in kleinen Mengen.

Säurehaltiges wie Tomaten oder Erdbeeren macht bei manchen Babys rote Stellen um den Mund. Das ist meist eine Reizung der Haut durch die Säure und keine Allergie. Geht die Rötung nicht schnell weg oder kommen andere Beschwerden dazu, sprich mit deiner Kinderärztin.

Welches Obst eignet sich für den Anfang?

Warum Eisen beim Start so wichtig ist

Ab dem zweiten Lebenshalbjahr braucht dein Baby mehr Eisen, als Muttermilch oder Säuglingsnahrung liefern. Darum dürfen eisenreiche Lebensmittel von Anfang an dabei sein: Fleisch, Haferflocken, Hirse, Hülsenfrüchte. Etwas Obst mit Vitamin C dazu hilft dem Körper, das Eisen aus Pflanzen aufzunehmen.

Die erste Woche: so kann sie aussehen

Am Anfang geht es ums Probieren, nicht ums Sattwerden. Milch bleibt die Hauptnahrung. Jeden Tag darf etwas Neues dazukommen, als Brei oder als Stück:

  • Tag 1: Banane
  • Tag 2: Avocado
  • Tag 3: Süßkartoffel
  • Tag 4: Pastinake
  • Tag 5: gedünstete Birne
  • Tag 6: Brokkoli
  • Tag 7: Kartoffel

Das ist nur ein Beispiel. Genauso gut geht am ersten Tag ein Karotten-Hirse-Brei.

Etwa einen Monat nach dem Start kommt die zweite Mahlzeit dazu, wieder einen Monat später die dritte. Gegen Ende des ersten Jahres isst dein Baby am Familientisch mit. Wie viel normal ist, liest du in Wie oft und wie viel muss ein Baby essen?

Einen kompletten 8-Wochen-Plan mit 56 Rezepten, jedes als Brei und als Fingerfood, findest du in meinem Online-Kurs Beikost starten.

Erste Woche Beikost: Plan für Tag 1 bis 7 mit Banane, Avocado, Süßkartoffel, Pastinake, Birne, Brokkoli und Kartoffel

Würgen oder Verschlucken?

Würgen und Verschlucken sind nicht dasselbe. Würgen ist ein Schutzreflex: Dein Baby schiebt zu große Stücke selbst wieder nach vorn, es hustet und macht Geräusche. Würgen schützt also vor dem Verschlucken und führt nicht dazu. In der Beikostzeit ist es ganz normal. Beim Verschlucken dagegen ist es meist still.

Mehr dazu in meinem Beitrag Dein Baby würgt? Beikost und das Verschlucken. Wenn dich die Angst begleitet, hilft dir mein Leitfaden bei Angst vor dem Verschlucken.

Was darf dein Baby noch nicht essen?

  • Honig (im ersten Lebensjahr)
  • Salz und Zucker
  • ganze Nüsse und harte, runde Stücke wie ganze Trauben oder rohe Karotte
  • rohe Eier, rohes Fleisch, roher Fisch und Rohmilch
  • Kuhmilch als Getränk (vor dem ersten Geburtstag)

Die komplette Liste findest du hier: Welche Lebensmittel sind für die Beikosteinführung nicht geeignet? Mehr zu Salz und Zucker liest du in den eigenen Beiträgen.

Woher kommt der Geschmack deines Babys?

Schon im Mutterleib nimmt dein Baby über das Fruchtwasser Aromen aus deinem Essen auf, später über die Muttermilch. In einer Studie mochten Babys Karotte lieber, wenn ihre Mütter in der Schwangerschaft oder Stillzeit Karottensaft getrunken hatten. Was dir schmeckt, schmeckt deinem Baby also oft auch.

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Basics für den Alltag: Was du immer zu Hause haben solltest

Vieles von dem, was du selbst isst, kann dein Baby mitessen, ob als Brei oder als Fingerfood. Diese Zutaten habe ich immer im Haus:

Fazit: Du findest euren Weg

Es gibt nicht den einen richtigen Start. Biete an, schau, was dein Baby mag, und versuch Abgelehntes ein paar Tage später noch mal. Manche Babys brauchen mindestens zehn Anläufe, bis sie ein Lebensmittel mögen.

Häufige Fragen zum Beikoststart

Wann mit Beikost starten?

Sobald dein Baby beikostreif ist, meist um den 6. Monat. Frühestens mit Beginn des 5., spätestens mit Beginn des 7. Monats.

Mit welchem Gemüse starte ich die Beikost?

Mit mildem Gemüse, das weich wird: Karotte, Pastinake, Kürbis, Süßkartoffel, Zucchini oder Brokkoli.

Muss ich mit Gemüse anfangen?

Nein. Du kannst auch mit Obst oder Getreide starten oder von Anfang an mischen.

Muss ich jedes Lebensmittel mehrere Tage testen?

Nein. Dein Baby darf jeden Tag etwas Neues probieren. Vielfalt ist sogar gewünscht.

Wie viel isst ein Baby am Anfang?

Oft nur ein paar Löffel oder ein, zwei Sticks. Milch bleibt die Hauptnahrung.

Brei oder Fingerfood?

Beides ist ein guter Weg, und du kannst beides kombinieren.

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Quellen

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