Warum dürfen Babys kein Salz essen?

Darum dürfen Babys kein salz essen

Kein Salz für Babys!

Viele Eltern, wie du, die sich für Baby lead weaning oder die Beikosteinführung mit Babybrei entschieden haben, fragen sich:

Wie viel Salz darf mein Baby essen?

Das Salz für Babys ein Problem darstellen kann, war mir am Anfang der Beikosteinführung nicht klar. Meine Hebamme brachte das Thema zur Sprache und ich informierte mich aufgrund dessen weiter.

Fakt ist: Die Nieren von unter Einjährigen können Salz noch nicht optimal verarbeiten. Gleichzeitig ist in fast allen Lebensmitteln, die irgendwie verarbeitet wurden, Salz enthalten. (Siehe Nährwerttabellen)👀.

Was ist also die Lösung? Komplett salzfrei kochen? Oder reicht es, einfach nur weniger Salz zu nehmen?

Die Meinungen sind hier vielseitig. Darum habe ich im folgenden die Empfehlungen offizieller Stellen zusammengetragen, um für dich etwas Licht ins Dunkle zu bringen.
Am Ende erfährst du, wie ich das Thema Salz mit Ida gehandhabt habe.

Warum dürfen Babys kein Salz essen

Warum ist Salz generell ein Problem?

Salz ist vor allem ein Geschmacksverstärker. Genauso wie Zucker regt Salz die Speichelproduktion im Mund an und vermittelt uns damit, dass etwas richtig lecker schmeckt.

Du kennst sicher den “Kartoffelchips-Effekt”: Man will eigentlich nur ein paar Chips essen, aber am Ende ist die ganze Tüte leer. Salz spielt dabei scheinbar eine entscheidende Rolle für die Attraktivität, wie dieser Artikel zeigt.

Der Haken? Zu viel Salz – das ist allgemein bekannt – kann zu Bluthochdruck beitragen (auch bei Babys) und die Entstehung von Herzkrankheiten und Schlaganfälle begünstigen. Forscher haben außerdem herausgefunden, dass mit jedem Gramm Salz zuviel das Risiko zu Übergewicht um 25 Prozent steigt.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt daher, die Einnahme von Salz grundsätzlich zu reduzieren, um gesundheitlichen Problemen vorzubeugen.

Warum ist Salz für Babys ein Problem?

Das gilt soweit vor allem für Erwachsene, aber warum ist es für Babys sogar gefährlich Salz zu essen?
Die Organe unserer Kleinen ist in diesem so jungen alter einfach nicht in der Lage gewissen Lebensmittel optimal zu verarbeiten. Ein Grund, warum die Beikosteinführung ab dem 4. Monat absolut nicht empfehlenswert ist.
Bei Salz sind besonders die Nieren betroffen, die durch zu viel Salz lebenslange Schäde davon tragen können.

Ein typischer Denkfehler von uns Eltern in diesem Zusammenhang ist, dass wir unseren Geschmack auf das Baby übertragen. Wenn es mir nicht schmeckt, warum sollte es dann meinem Baby schmecken?!

Babys und Kleinkinder sind geschmacklich noch nicht vorgeprägt, das heißt ihnen schmecken die Lebensmittel auch pur.

Internationale Richtwerte: Wie viel Salz darf ein Baby am Tag essen?

Eine erste Orientierung bieten nationale und internationale Richtwerte. Allerdings empfehlen der NHS UK National Health Service und die WHO unterschiedliche Werte.

Der National Health Service, das staatliche Gesundheitssystem in Großbritannien, empfiehlt, dass Babys bis zu 12 Monaten weniger als 1 Gramm Salz pro Tag bekommen sollten.

Die offizielle Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bleibt hingegen etwas ungenau:

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt nur 5 Gramm Salz täglich zu essen. Für Kinder empfiehlt die WHO niedrigere Werte, entsprechend ihrem niedrigeren Energiebedarf.

Folgende Richtwerte (z.B. von der DGKJ) haben mir deutlich mehr als Orientierung geholfen:

  • Babys unter 1 Jahr sollten weniger als 200 mg Nitrat/kg verzehrfertiges Erzeugnis am Tag essen.
  • Kleinkinder zwischen 1 und 3 Jahren, sollten weniger als 800 mg pro Tag essen.

Dies gilt nicht nur für #Breifrei #BLW #Babyledweaning sondern generell für eine gesunde und sicher Babyernährung.

Wichtig: Oftmals, wie auch zuvor, ist statt des Salzgehalts der Natriumgehalt in der Nährwerttabelle angeführt.
1 g Salz = 0,4 g Natrium.
Um den Salzgehalt zu ermitteln, brauchst du den Natriumgehalt einfach mal 2,5 zu rechnen.

Gar kein Salz für Kinder?

Sollte man also ganz auf Salz verzichten? Es gibt Stimmen, die sagen ganz klar “Ja”! Aber ist das praktikabel für den Alltag?

Gar kein Salz zu verwenden, ist nicht immer einfach, wenn man fertige Produkte kauft. Selbst Mineralwasser kann einen recht hohen Salzgehalt haben. Käse, Brot, Joghurt überall ist ein gewisser Anteil Salz enthalten.

Am einfachsten lässt sich die Salzzufuhr kontrollieren, wenn du aus frischen Zutaten kochst, auf natürliche Lebensmittel setzt und beim Kauf fertiger Produkte genau auf die Inhaltsstoffe (Salz- bzw. Natriumgehalt) schaut.

Aber seien wir mal ehrlich, es ist einfach nicht für jeden möglich, dass zu 100% zu leisten. Wichtig ist ein Maß oder eine einheitliches Vorgehen zu finden, dass in den Familienalltag passt und funktioniert. 

So viel Salz bekommt Ida

Ida ist ein Käseliebhaber und zwar schon von Beginn der Beikosteinführung an. Natürlich hätte ich ihr bis zum ersten Lebensjahr Käse vorenthalten können, aber das passt einfach nicht zu unseren Essgewohnheiten.

Einfacher ist es jedoch beim Kochen ganz auf Salz zu verzichten. Kartoffeln, Reis und Nudeln werden einfach nicht gesalzen. Wenn den Erwachsenen zu wenig Salz am Essen ist, kann immer Nach gesalzen werden.
Dieses Kochverhalten hat sich positiv auf den Salzkonsum der ganzen Familie ausgewirkt. Selbst Oma und Opa kochen mittlerweile mit deutlich weniger Salz, und für Ida so und so ganz ohne.

Wenn Ida mal etwas mit Salz, wie z.B. Käse, gegessen hat, achte ich darauf, dass sie an dem Tag keine weiteren salzhaltigen Nahrungsmittel bekommt. So lässt sich die Salzzufuhr gut steuern.

In meinem Beitrag Meine 6 Tipps für einen sicheren Beikoststart findest du weitere hilfreiche Informationen, die dir den Start erleichtern.

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