Wie du mit Familie und Kritikern über BLW und Breifrei sprechen kannst

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Musst du dich auch ständig für deine Wahl der Beikosteinführung rechtfertigen?

Diese Diskussionen können wirklich anstrengend sein. Musst du dich auch ständig rechtfertigen:

Ich könnte Liste ewig weiterführen…

Baby-led weaning Kritik

Das Konzept: Babys füttern sich selber und müssen nicht zwingend mit Brei gefüttert werden, ist für Viele immer noch ein neumodischer Trend und auch du bist sicher schon auf Unverständnis gestoßen, oder?

Bei jedem Besuch musst du über die immer gleichen Dinge diskutieren. 

Argumente für Baby-led weaning und Breifrei Kritiker

Hier sind ein paar Argumente, die du für skeptische Familienmitglieder und Freunde parat haben kannst: 😁 

  1. Untersuchungen haben gezeigt, dass es ein kritisches Zeitfenster für das Kennenlernen verschiedener Lebensmitteltexturen gibt. Dieses Fenster liegt für gewöhnlich zwischen frühestens dem 6. und spätestens dem 12. Monat. Danach steigt die Wahrscheinlichkeit für
    – die Ablehnung bestimmter Texturen,
    – Probleme mit dem Kauen und
    – wählerischem Essverhalten.(1)
  2. Studien zeigen das die Beikosteinführung mit Fingerfood ab Beikostreife genauso sicher ist, wie mit Babybrei. Es gibt kein erhöhtes Risiko fürs Verschlucken. (2)
  3. Das Füttern mit dem Löffel trainiert nur die motorische Saug-und-Schluck Fähigkeit und nicht das kauen. Brei löst keinen Kaureflex aus. Ein frühes Erlernen fördert die motorische Entwicklung für eine gesunde und sichere Beikosteinführung.
  4. Mit der Beikostreife schütz der Würgereflex dein Baby vor dem Verschlucken. Dieser wird mit der Zeit schwächer, darum ist es sinnvoll und sicherer bereits ab Beikostreife (ca. 6 Monate) Lebensmittel aller Texturen anzubieten als erst im Kleinkindalter.
  5. Die Luftröhre eines gerade beikostreifen Babys hat ungefähr den Durchmesser eines Strohhalms. Große Stücken Essen werden dort nicht stecken bleiben – eine kleine Erbse schon. Aber selbst wenn ein kleines Stück vom Essen abbricht, ist das Gehirn darauf konditioniert es entweder auszuspucken oder sicher herunterzuschlucken. Es ist zudem immer nur entweder die Speiseröhre oder die Luftröhre geöffnet, niemals beide gleichzeitig. Die Wahrscheinlichkeit das Essen in die Luftröhre gelangt, ist extrem klein UND Brei könnte es in diesem geringen Fall genauso, wie feste Nahrung. Wobei Babybrei sich deutlich schlechter abhusten lässt.
  6. Studien haben gezeigt, dass essen sowohl für Babys als auch für Erwachsene am sichersten ist, wenn sie es selber tun. Wie würden wir uns fühlen, wenn aus dem Nichts ein Löffel in unseren Mund geschoben wird. Wahrscheinlich würden wir erschrecken. Für Babys ist diese Erfahrung noch deutlich intensiver.

Persönliche Emotionen sind häufiger Grund für Kritik

Das sind evidenzbasierte Argumente, doch nicht selten liegt die Ursache der Diskussion nicht im einem Problem des reinen Verständnis sondern aufgrund von Emotionen.

Gerade die Omas und Tanten gehören zu den größten Skeptikern. Das liegt häufig nicht daran, dass sie falsch finden was du machst sonderns, dass sie sich fühlen, als wenn sie damals etwas falsch gemacht haben. Im Grunde eine versteckte Kritik, die sie sehr persönlich nehmen können. Es hilft ihre Beweggründe zu verstehen.

Du kannst also auch das ansprechen. Du möchtest nicht verurteilen, was früher als “normal” galt, sondern dass tun, was nach dem heutigen Wissensstand das Beste für dein Baby ist.

Die Kritiker und Skeptiker müssen nicht auf deiner Seite sein, aber vielleicht bewegst du sie dazu ein kleines bisschen umzudenken oder zumindest deinen Weg und deine Regeln zu akzeptieren und respektieren. Und das sie dir glauben, dass dein Baby nicht durch baby-led weaning ersticken wird.