Die häufigsten Probleme bei der Beikosteinführung und ihre Lösung

Wenn es um die Beikosteinführung geht, ist jeder Start anders. Als Mutter zweier „Breifrei-Babys“ und Fachkraft für babyfreundliche Beikosteinführung habe ich dies am eigenen Leib erfahren.

Meine Tochter, Ida, hat alle Beikost-Pläne über den Haufen geworfen und ich musste meine Erwartungen völlig überdenken. Aber ich bin nicht allein mit diesen Herausforderungen.

Viele Eltern stehen vor ähnlichen Problemen bei der Beikosteinführung. Deshalb möchte ich heute die zehn häufigsten Probleme bei der Beikosteinführung und ihre Lösungen teilen. Bereit? Dann lass uns loslegen!

10 Probleme bei der Beikosteinführung

Die 10 häufigsten Beikost-Probleme:

  1. Baby erfüllt alle Beikostreifezeichen, zeigt jedoch kein Interesse an Beikost.
  2. Baby lehnt den Löffel ab.
  3. Baby mag keinen Brei.
  4. Baby mag nur püriertes Essen.
  5. Baby verzieht das Gesicht von der Beikost und spuckt sie aus.
  6. Baby würgt stark und erbricht.
  7. Baby stopft sich den Mund voll.
  8. Baby möchte das Essen nicht anfassen.
  9. Baby isst nicht genug.
  10. Baby hat Verstopfung.
Elternproblem: Angst vor dem Verschlucken

Kommt dir ein oder mehrere der Probleme bei der Beikoseinführung bekannt vor? Lass uns über mögliche Lösungen sprechen.

1. Dein Baby zeigt kein Interesse an Beikost, trotz Beikostreife

Mit dem Erreichen der 6 Monate und der drei physiologischen Beikostreifezeichen ist dein Baby theoretisch reif für die Beikost. Trotzdem kann es gut sein, dass es kein Interesse an Essen zeigt und seine gewohnte Muttermilch/ Säuglingsmilch bevorzug.

Beikost Problem Lösung:

Hier ist weniger Sorge und Stress nötig. Dein Baby muss ab diesem Zeitpunkt nicht zwingen sofort viel Beikost essen. Auch nicht, wenn angebliche alle anderen Babys es schon tun.
Die Empfehlung ist, dass mit 8 Monaten kleine Mengen Beikost gegessen werden sollten. Bis dahin ist also noch viel Zeit und es wird sich auch viel tun.
Meine persönlichen Tipps:

  • Esst gemeinsam und lebt vor.
  • Biete auch anderes außer Brei an.
  • Schaffe eine Routine.
  • Lasse selbstständig essen.

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2. Dein Baby möchte nicht mit dem Löffel gefüttert werden und lehnt ihn ab

Schon Babys haben einen natürlichen Drang nach Autonomie. Das der Löffel verweigert wird, kommt häufig vor. Und seien wir mal ehrlich, wer mag schon gerne gefüttert werden.

Die einfachste Lösung ist hier, lasse dein Baby selbständig essen. Wenn es beikostreif ist, ist es in der Lage den Löffel eigenständig zum Mund zu führen. Du darfst natürlich unterstützen, in dem du den Löffel mit Brei füllst und ihn zum Aufheben hinlegst.

Extra Tipp:

  • Verwende 2 bis 3 Löffel, so kannst du schneller für Nachschub sorgen.
  • Biete direkt babyfreundliches Fingerfood zum selbstständigen Essen an.

3. Dein Baby lehnt jeden Babybrei ab

Egal ob gekauft oder selbstgekocht, dein Baby verschmäht jeden Brei? Auch das ist nicht unnormal. Es gibt Babys die mögen die Konsistenz einfach nicht und möchten lieber „was richtiges“ Essen.

In diesem Fall empfehle ich dir, dich mit der Beikost Methode Baby-led weaning (BLW) bzw. der breifreien Beikosteinführung zu befassen. Hier findest du eine 0 € eBook für Breifrei und BLW Anfänger zum Downloaden.

4. Dein Baby mag nur pürierte Beikost

Und natürlich geht es auch anderes herum. Es gibt auch die Babys, die am liebsten Brei mögen und alles püriert sein muss auch noch mit 10, 11, 12 Monaten oder älter.

Steige die Konsistenz des Breis in langsam kleinen Schritten, damit eine Gewöhnung möglich ist.

Zudem würde ich festere Snacks zum selber halten anbieten, wie zum Beispiel Maisstangen, Mangokern, Hühnchenkeule, Maiskolben oder Brotrinde zum dran nagen. Das übt den sehr sensiblen Mund von Babys.

5. Dein Baby verzieht das Gesicht von der Beikost und spuckt sie aus.

Hier finden eigentlich gleich zwei verschiedene Dinge statt, die nicht zwingend im Zusammenhang stehen und von Eltern oft missverstanden werden.

Der Innenraum im Mund ist ganz besonders empfindlich und hat bisher nur süße MuMi/Pre-Milch kosten dürfen. Sobald nun die Geschmacksexplosion durch neue Lebensmittel geschieht, regt das alle Nerven und Sinne in Babys Gesicht an. 

Dies führt für gewöhnlich zu einem Verziehen des Gesichtes, bis hin zum Schütteln. Was wir kennen, wenn wir in eine Zitrone beißen. Das ist also ganz normal und bedeutet weder, das dein Baby sich vor der Beikost ekelt noch das es sie nicht mag. Sie ist einfach nur neu und muss gewöhnt werden.

Nun zum Ausspucken. Das wiederum bedeutet auch nicht, das dein Baby die Beikost nicht mag, sondern es ist ein Schutzmechanismus vor dem Verschlucken. Alles was nicht Schluckfertig zerkleinert werden kann, wird wieder hinausgeschoben. Was super ist, denn so Schützt dein Baby sich ganz kompetent selber.

6. Dein Baby würgt von der Beikost oder übergibt sich

Ich weiß, dieses Szenario ist wirklich schön anzusehen und als Eltern bekommt man schnell Panik. ABER! Das Würgen ist der natürlich Schutzmechanismus vor dem ernsthaften Verschlucken und Ersticken. Dein Baby bringt diese wunderbare Kompetenz mit und braucht in der Regel keine Hilfe (Ich weiß, nur schwer zu ertragen 😅)

Was passiert also im Mund. Ein Nahrungsstück gelangt zu weit in den Mund, obwohl es noch nicht Schluckfertig ist, dann setzt das Würgen ein und befördert es hinaus. Der Würgreflex kann sehr unterschiedlich stark ausgeprägt sein und es ist auch gewöhnlich, das Babys sich übergeben (auch kein schönes Bild, ich weiß🫣). 

Trotzdem du kannst deinem Baby vertrauen und mit etwas Übung wird das wirklich schnell besser!

Lass uns noch mal klarstellen, Würgen und Verschlucken sind nicht das gleich. Wenn du Angst davor hast, lese auch diesen Beitrag: Angst vor dem Verschlucken.

7. Dein Baby stopft sich den Mund voll

Das Stopfen und Schaufeln von Essen scheint eine Phase zu sein, durch die die meisten Babys gehen, und das hat einen guten Grund!

Dein Baby lernt alles über das Innere seines Mundes.

Es stopft den Mund so voll, um zu lernen, was „zu viel ist“. Daraufhin lernen es, wie man ausspuckt, Bisse in der passenden Größe zu nehmen, und dann im Mund zwischen unterschiedlichen Konsistenzen zu unterscheiden, ohne es sehen zu müssen. Der großartige körpereigene Schutzmechanismus: Würgen, schützt währenddessen vor dem Verschlucken.

Es ist also völlig normal, wenn dein Baby Essen schaufelt. Ich weiß aber auch, dass es manchmal nur schwer mit anzusehen ist.

8. Dein Baby möchte Essen nicht anfassen

Das kannst du du tun, wenn dein Baby das Essen nicht anfassen möchte:
  • Verschaffe dir die Aufmerksamkeit deines Babys am Tisch und vermeide Ablenkungen.
  • Sei Vorbild und demonstriere deinem Baby, wie man isst.Gemeinsame Mahlzeiten können Wunder wirken.
  • Beschreibe deinem Baby, was es heute zu essen gibt und was auf dem Teller liegt.
  • Biete großes Essen an. Zum Beispiel eine ganze Banane, halbe Avocado oder einen Mango-Kern mit viel Fruchtfleisch drumherum.

9. Dein Baby isst nicht genug

Ich reicht in der Regel ein Realitätscheck. Was wäre genug? Was das Nachbarskind isst? Wie viel in einem Glässchen ist? Was wir für genug halten?

Es ist total ok, wenn dein Baby nur ein paar Löffel Beikost isst, so lange es keinen medizinischen Grund dafür gibt. Wichtig ist im ersten Lebensjahr die Mutter-/Pre-Milch, die sollte nur eigenständig vom Baby reduziert werden. Kein Beikostplan oder jemand anderes sollte im 1. Jahr darüber bestimmen, wie viel MuMi/Pre getrunken und Beikost gegessen wird, als dein Baby!

In meiner Instagram Community essen die ungefähr 50 % der Baby auch mit mit 12 Monaten nur wenige Beikost, sie sind aber glücklich und gesund. Jedes Kind i(s)st eben anders.

10. Dein Baby hat Verstopfung

Die häufigsten Gründe für Verstopfungen bei Babys sind:

  • Es wird zu früh, vor der Beikostreife zum Beispiel schon mit 4. Monaten mit der Beikosteinführung begonnen.
  • Es wird zu viel Beikost gefüttert.
  • Die MuMi/Pre-Milch wird zu früh und nicht vom Baby ersetzt. Sprich es wird zu wenig MuMi/Pre-Milch angeboten.
  • Es werden stopfende Lebensmittel angeboten.

Das hilft deinem Baby bei Verstopfung:

  1. Weniger Beikost anbieten und
  2. mehr MuMi/Pre-Milch anbieten.
  3. Stuhlauflockernde Lebensmittel anbieten, wie Naturjoghurt (ja, schon ab Beikostreife erlaubt: Milchprodukte für Babys), babyfreundliches Obst wie Kiwi, babyfreundlich zubereitet Ballaststoffe.
Hole dir jetzt meinen Leitfaden: Hilfe, mein Baby hat Verstopfung und helfe deinem Säugling diese sanft, mit natürlichen Methoden zu lösen.

Elternproblem: Angst vor dem Verschlucken

Es gibt immer wieder Eltern, die so große Angst haben, das ihr Baby sich an nicht pürrierten Lebensmitteln verschlucken, dass sie sich erst gar nicht trauen mit Fingerfood zu beginnen, oder den Schritt vom Babybrei auf Fingerfood nicht wagen.

Was hier hilft ist Weiterbildung. Verstehen, wie das Kauen und Schlucken bei Babys funktioniert. Lernen welche Lebensmittel und Zubereitungsarten sicher für Babys sind. 

In meinem Leitfaden: Verliere die Angst vor dem Verschlucken erkläre ich alles ganz genau, so dass du dich sicher fühlst deinem Baby nicht pürierte Beikost anbieten kannst.

Fazit - Probleme bei der Beikosteinführung

Wie dir vielleicht aufgefallen ist, sind unter den 10 aufgeführten Problemen wenige „echte“ Probleme vorhanden. Die Wissenserweiterung zum Thema kann schon die Lösung bringen.

Das Wichtigste ist, dass du immer auf dein Baby und dein eigenes Bauchgefühl hörst. Essen lernen ist ein natürlicher Prozess, genau wie Krabbeln, Laufen und Sprechen. Es lässt sich nicht erzwingen. Und wie meine eigene Geschichte zeigt, braucht es manchmal einfach etwas mehr Geduld und Flexibilität.

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Dieser Beitrag ist von Franka. Sie ist Ernährungsberaterin, Fachkraft für Beikosteinführung mit und ohne Babybrei, Mama zweier Breifrei-Babys und mehrfache Beikost-Buchautorin.

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