Dein Baby schläft nicht?

baby schläft nicht

Meine 5 persönlichen Tipps für besseren Babyschlaf und ein Mythos

Den Kinderwagen stundenlang übers Kopfsteinpflaster schieben, nachts ein paar Runden mit dem Auto drehen oder Schlaflieder singen…

Kommt dir das bekannt vor?

Wenn es um den Schlaf unser kleinen Sprösslinge geht, müssen wir Eltern mitunter ziemlich kreativ (und ausdauernd!) sein.

baby schlaf 5 Tipps

In diesem Beitrag dreht sich deshalb alles um das Thema Babyschlaf. Dabei gehe ich auch auf folgende Fragen ein: 

  • Wie viele Stunden schlafen Babys?
  • Wie unterscheidet sich der Babyschlaf von Erwachsenenschlaf?
  • Was kann man tun, wenn das Baby nicht einschlafen kann?
  • Ein großer Babyschlaf-Mythos und
  • wie Baby Ida schläft.

1. Sicherheit – die wichtigste Voraussetzung für guten Schlaf

Wenn Babys nicht einschlafen oder durchschlafen, sind Eltern oft hilflos und verunsichert. Viele denken dann, dass mit ihrem Kind etwas nicht stimmt.

Mir persönlich haben in diesem Zusammenhang die Erläuterungen von dem Kinderarzt und Wissenschaftler Dr. Herbert Renz-Polster sehr geholfen. Im Podcast dreijahrewach erklärt der vierfache Vater, welche evolutionsbedingten Faktoren eine Rolle beim Einschlafen spielen.

Für unsere Vorfahren war Schlaf in vieler Hinsicht ein Sicherheitsrisiko, denn überall in der Natur lauerten Gefahren, zum Beispiel in Form von Raubtieren. 

Eine wichtige Voraussetzung dafür, dass wir schlafen können, ist daher Sicherheit und Entspannung.

Kleine Kinder sind von Natur aus besonders sicherheitsbedürftig, denn sie wären einem Angreifer schutzlos ausgeliefert. Ein Kleinkind, so erklärt Renz-Polster im Podcast, könne sich nicht gegen einen Löwen wehren oder sich wieder zudecken, wenn ihm kalt ist. Ihm bleibe also nur die Möglichkeit, Schutz durch eine andere Person zu bekommen. 

Die Brücke zu dieser Sicherheit sind wir Eltern, weshalb unser eigenes Verhalten entscheidend ist. Sind wir ruhig und entspannt, spüren Kinder das. Sind wir hingegen gereizt, wütend oder nervös, spüren die Kleinen das auch. Ein wichtiger Schlüssel liegt deshalb darin, selbst ruhig zu werden und zu vertrauen, dass du dein Kind am besten kennst.

Wenn du mehr über das Thema Sicherheit und Bindung erfahren möchtest, empfehle ich den Podcast mit Dr. Renz-Polster oder auch seine Bücher.

2. Babyschlaf verstehen lernen

Gerade in den ersten Lebensmonaten und -jahren ist es hilfreich, den Schlafrhythmus von Babys zu verstehen und die individuellen Müdigkeitsanzeichen des Kindes erkennen zu lernen.

Säuglinge benötigen in den ersten Lebensmonaten etwa 14 – 17 Stunden Schlaf pro Tag, also mehr als doppelt so viel wie ein Erwachsener.

Allerdings wird dieser Schlaf durch mehrere Wachphasen unterbrochen. Besonders kurz sind die Schlafphasen in den ersten Monaten. Die Schlafintervalle können zwischen 45 Minuten und 4 Stunden betragen.

Die Schlafphasen und der Schlafbedarf verändern sich dann mit zunehmendem Alter. Mit 12 Monaten schlafen viele Kinder die Nacht schon weitestgehend durch. Es ist aber nicht ungewöhnlich, dass Kinder auch im 3. oder 4. Jahr noch regelmäßig nachts aufwachen.

Auch wenn die Anfangsphase und das erste Babyjahr anstrengend sind, möchte ich dich daher beruhigen: Mit großer Wahrscheinlichkeit ist dein Baby völlig normal, auch wenn es noch nicht wie das Nachbarskind durchschläft.

Apropos Nachbarskinder: Das Vergleichen mit anderen führt oft nur zu unnötigem Stress, denn alle Kinder sind unterschiedlich.
Frage bei anhaltenden Schlafstörungen ggf. den Kinderarzt, aber lass dich nicht durch Kommentare oder Erzählungen anderer Eltern verunsichern.

3. Rituale und Regelmäßigkeit

Regelmäßige Abläufe und Rituale vor dem Schlafengehen helfen den Kleinen, sich auf die Nachtruhe einzustellen und zur Ruhe zu kommen.

Am besten beginnt die Vorbereitung fürs Schlafengehen schon einige Stunden vorher, z.B. mit einem Bad, gemeinsamen Kuscheln oder einem Einschlaflied. Durch den immer gleichen Ablauf lernt das Kind allmählich: Ok, jetzt ist es Zeit fürs Bett.

Wie das Gute-Nacht-Ritual letztlich aussieht, ist natürlich dir und deinem Kind überlassen. Meistens entsteht es ganz intuitiv, indem du die Signale und die Vorlieben deines Babys verstehen lernst.

4. Ruhige Schlafumgebung

Wie Dr. Herbert Renz-Polster im Podcast erklärt, reagieren Menschen evolutionsbedingt sensibel auf bestimmte äußere Reize.

Bei lauten Geräuschen und Ablenkungen reagiert unser Körper mit Wachsamkeit – es könnte ja ein Säbelzahntiger hinter der Ecke lauern und angreifen. Deshalb empfiehlt es sich, die Schlafumgebung des Babys möglichst ruhig zu gestalten und alle unnötigen Reize zu minimieren.
Das Licht sollte vor dem Schlafengehen abgedunkelt werden, der Fernseher am besten ausgeschaltet sein und Hektik oder Unruhe in jeglicher Form vermeiden werden.

5. Einschlafhilfen

Viele Eltern schwören auf Einschlafhilfen. Dabei handelt es sich um besondere Spielzeuge wie myHummy, die beruhigende Geräusche oder Musik erzeugen.
So weiß man zum Beispiel, dass White Noise, sogenanntes „weißes Rauschen“, Babys beruhigt. White Noise Baby hilft deinem Kind beim Schlafen, indem es Ablenkungen blockiert bzw. reduziert, während sich das Kind entspannen kann und Stress abbaut. Selbst wenn dein Baby schläft, scannt das Gehirn die Umwelt ständig nach Geräuschen ab. Ein beruhigendes gleichmäßiges Rauschen hat genau den gegenteiligen Effekt: es macht schläfrig.

Der große Babyschlaf-Mythos

"Babys, die Essen, schlafen besser"

NICHT! Babys, die Essen, schlafen nicht besser!

Ein guter Schlaf und Beikost werden oft in Verbindung gebracht, in Wirklichkeit haben diese aber wenig miteinander zu tun hat.

Schlafen ist ein Prozess mit Entwicklungsstufen, die bei jedem Baby zeitlich unterschiedlich sein kann. Da ein besserer Babyschlaf und feste Nahrung jedoch häufig zur selben Zeit vorkommen, werden daraufhin die falschen Schlüsse gezogen.

Lass dich also zu nichts drängen, in der Hoffnung dein Baby schläft dann besser! Die erste Nahrung sollte nicht eher als ab dem 6. Lebensmonat gegeben werden!

So schläft Baby Ida

Idas Schlaf ist definitiv ein Thema von Beginn an. Die ersten 3 Monate waren relativ gut, wenn man bedenkt was mit der 4-Monats-Schlafregression* auf uns zukam.

  • Vom 1. bis zum Ende des 3. Lebensmonats hat Ida bis zu 3 Stunden am Stück geschlafen, Tags wie auch Nachts. Sie wurde Nachts 20 bis 8 Uhr Morgens ungefähr 4 Mal wach.
  • Ab dem 4. Monat wurde sie in der Nacht alle 2 Stunden wacht. Es gab auch Nächte in denen sie Teilweise alle 30 Minuten wach wurde. Ich habe sie dann wieder in den Schlaf stillen können.
  • Erst mit 15 Monaten und nach einer harten Woche der Umgewöhnung (abstillen während der Nacht) schläft Ida  bis zu 6 Stunden durch.

Mit 18 Monaten ist eine weitere „Sleep-Regession“ zu erwarten. Mal sehen, welche  Auswirkungen dies auf Idas Schlafverhalten haben wird.

*Schlafregressionen bei Babys sind in Deutschland weniger bekannt. Sie gehören zu frühkindlichen Entwicklung, wie Wachstumsschübe und Entwicklungssprünge. Im Englischen unter „sleep regression“ bekannt. Mit 4, 8, 12 und 18 Monaten sind diese Schlafentwicklungen zu erwarten. Die Schlafphasen entwickeln sich weiter, bis sie wie bei einem Erwachsenen aus 4 Phasen bestehen.

Meine liebsten Baby-Bücher, die sich auch mit dem Thema Babyschlaf intensiv auseinandersetzen findest du in meinem Beitrag: Die 4 wichtigsten Babybücher!

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