Ab wann, wie viel und welches Wasser für Babys?

Kurz gesagt: Bis zum Beikoststart (ca. 6 Monate) braucht dein Baby kein Wasser, auch nicht bei Hitze. Muttermilch oder Pre-Milch reichen. Ab dem Beikoststart bietest du zu den Mahlzeiten ein paar Schlucke Wasser im offenen Becher an, zum Üben. Ab der dritten Beikostmahlzeit braucht dein Baby zusätzlich etwas zu trinken, etwa 200 ml am Tag. Leitungswasser ist in Deutschland dafür geeignet.

Braucht mein Baby vor dem Beikoststart Wasser?

Bis zum Beikoststart (ca. 6 Monate) sollte Muttermilch/Pre-Milch das einzige Getränk für dein Baby sein.

Das gilt auch bei heißem Wetter und für Tee.

Und der Grund dafür ist ganz simpel: Wasser ist in dieser Zeit unnötig. Es würde den Magen deines Babys unnötig füllen, ohne Nährstoffe zu liefern, was wir natürlich nicht wollen. 

Im schlimmsten Fall kommt es zu einer Wasservergiftung: Das Wasser verdünnt das Natrium im Blut deines Babys.

Selbst wenn dein Baby in dieser Zeit krank ist, Fieber hat oder es draußen sehr heiß ist, brauchst du bis zum Beikoststart kein Wasser anzubieten. Muttermilch/Pre-Milch bleibt die erste Wahl.

Ab wann darf mein Baby Wasser trinken?

Laut bekanntem Beikostplan (Breifahrplan) soll ab dem 3. Brei Wasser zur Mahlzeit angeboten werden. Aber es ist durchaus sinnvoll, schon ab Beikostreife, also ab Beikoststart, Wasser zur Mahlzeit anzubieten.

Früh übt sich, da am Anfang ohnehin das meiste Wasser daneben geht und wenig im Magen landet. Denn dein Baby muss zunächst einmal lernen, aus einem offenen Gefäß zu trinken.

Hinzu kommt, dass immer weniger dem üblichen Beikostfahrplan gefolgt und eine breifreie Beikosteinführung oder ein Beikost-Mix von Eltern bevorzugt wird. Und auch hier gilt, ab Beginn der Beikosteinführung Wasser zum Essen anzubieten.

Wie viel Wasser darf mein Baby trinken?

Der Wasserbedarf eines Babys ist individuell und von verschiedenen Faktoren abhängig:

Genau wie beim Essen gilt auch hier: Wir Eltern sind dafür zuständig, babyadäquates Wasser anzubieten, und dein Baby entscheidet, wie viel es davon trinkt. 

Tabelle: Wassermenge für Babys nach Alter

Als flexible Leitlinie können folgende Mengen Wasser angeboten werden:

Alter des BabysWassermenge pro Tag
0 bis Beikoststart (ca. 6 Monate)kein Wasser nötig
Beikoststart bis zur 3. Beikostmahlzeitein paar Schlucke zum Üben
ab der 3. Beikostmahlzeit (meist 7 bis 9 Monate)etwa 200 ml
ab 1 Jahr200 bis 800 ml, je nach Milchmenge

Mehr Wasser muss es im ersten Lebensjahr nicht sein. Wasser füllt den kleinen Magen, liefert aber weder Energie noch Nährstoffe. Die bekommt dein Baby über Muttermilch oder Pre-Milch und die Beikost. Zu viel Wasser verdrängt also Milch und Essen.

Hat dein Baby Verstopfung, reichen ein paar Schlucke Wasser zu den Mahlzeiten. Was sonst noch hilft, liest du in meinem Beitrag Baby hat Verstopfung: was tun?

ABER es wird immer Babys geben, die mehr oder weniger trinken möchten, als hier angegeben, und das ist in Ordnung so.

Grafik: Wie viel Wasser dein Baby zur Beikost trinken darf. Ab Beikoststart ein paar Schlucke zum Üben, ab der 3. Beikostmahlzeit etwa 200 ml täglich.

Ab dem 1. Geburtstag liegt der Wasserbedarf laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) bei rund 1,3 Litern am Tag. Davon sollten etwa 820 ml über Getränke kommen, also Wasser und Muttermilch oder Pre-Milch. Rund 350 ml liefert das Essen. Den Rest bildet der Körper selbst beim Verstoffwechseln der Nahrung.

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Welches Wasser ist für Babys geeignet?

Leitungswasser oder doch lieber Babywasser? 

Leitungswasser für Babys, das ist zu beachten:

Die Qualität von deutschem Leitungswasser ist generell sehr gut und als Getränk geeignet.
Leitungswasser für die Pre-Milch-Zubereitung sollte in den ersten Lebensmonaten abgekocht werden. Mit dem Beginn der Beikost ist das Abkochen nicht mehr zwingend nötig. 

Ist Babywasser notwendig?

Generell ist die Verwendung von speziellem Babywasser nicht notwendig. Wenn du kein Leitungswasser verwenden möchtest oder kannst, dann kannst du Mineralwasser wählen, auf dem der Hinweis steht: Geeignet für die Herstellung von Säuglingsnahrung. Diese Wassersorten haben einen niedrigen Natrium- und Nitratgehalt.

Welches Mineralwasser ist für Babys geeignet?

Achte auf den Hinweis „geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“. Dann gelten strenge Grenzwerte, zum Beispiel höchstens 20 mg Natrium und 10 mg Nitrat pro Liter. Nimm stilles Wasser.

Diese Marken tragen den Hinweis (Stand: Öko-Test 2025):

  • Black Forest Still
  • Bad Brückenauer Naturell
  • Berg Quellen Naturelle
  • Güstrower Schlossquell Naturelle
  • Schloss Quelle Naturelle
  • Ivorell Natürliches Mineralwasser Still (dm)
  • Globus Natürliches Mineralwasser Still
  • Rhön Sprudel Naturell (Bio)
  • Landpark Bio-Quelle Naturell (Bio)

Bei Rhön Sprudel Naturell fehlte ein Hinweis zum Fluoridgehalt. Das ist wichtig, wenn dein Baby schon Fluoridtabletten bekommt, sprich das dann mit deiner Kinderarztpraxis ab. Etiketten können sich ändern, schau deshalb beim Kauf immer drauf.

Wie kannst du deinem Baby am besten Wasser anbieten?

Damit dein Baby das Trinken aus offenen Gefäßen lernen kann (und für die Zahngesundheit), ist ein kleiner Becher oder ein kleines Glas das beste Gefäß, um deinem Baby Wasser anzubieten.

Es wird in der ersten Zeit das meiste Wasser vorbeigehen und nur wenig getrunken werden, das ist völlig normal. Darum ist es sinnvoll, schon ab Beikoststart mit dem Trinken zu beginnen.

Woraus sollte mein Baby Wasser trinken?

Der Markt hat viele tolle Trinkflaschen und Trinklernbecher für Babys im Angebot. Viele davon sind besonders praktisch, vor allem für die Eltern. Sie unterstützen jedoch das Trinkenlernen sowie die Stärkung der Mundmotorik nicht.

Es reicht, wenn du ein kleines Glas, einen kleinen Becher oder sogar einen Eierbecher verwendest. Halte den Becher zuerst für dein Baby und biete kleine Schlucke an.

Wir haben den Becher von ezpz verwendet, der ist unten etwas beschwert und hat einen festeren Stand. Damit klappte das Selberhalten auch relativ schnell. Und er wird auch von Logopäden empfohlen.

Was ist der beste Trinklernbecher?

Dein Baby braucht keinen 360 Grad Trinklernbecher zum Saugen mit Membrane, denn diese können das Schluckmuster deines Babys negativ beeinflussen. Ein offener Becher sollte immer die erste Wahl sein.

Für unterwegs eignen sich am besten Strohhalmbecher (Ausnahme beim Sauge, weil das Trinken aus einem Strohhalm noch dem natürlichen Saugmuster am nächsten kommt). Hierbei sei aber anzumerken, dass es durch Strohhalme zu einer Saugverwirrung kommen kann. Die folgende Bären-Strohhalmflasche von Budding Bear* wird ebenfalls von Logopäden empfohlen, denn sie lässt sich zusammendrücken, und so wird das Wasser in den Halm gedrückt.

Und auch der alte Mepal Mio 360° Trinklernbecher sowie der Becher von DONE BY DEER* ist eine Option für unterwegs. Das Wasser läuft nach dem Öffnen wie aus einem offenen Becher.

Hier findest du eine Auswahl von babyfreundlichen Trinkbechern für unterwegs: 

Noch mehr geeignete Trinkbecher und Trinkflaschen ab dem Beikoststart findest du in meiner Liste bei Amazon:

*Affiliate-Link

Kann mein Baby Sprudelwasser und Wasser mit Kohlensäure trinken?

Ob dein Baby Sprudelwasser trinkt, ist Geschmackssache. Verboten ist Wasser mit Kohlensäure nicht. Achte auf einen niedrigen Natriumgehalt, also höchstens 20 mg pro Liter. Das steht auf dem Etikett. Es gibt Babys, die das prickelnde Gefühl im Mund mögen. Meine beiden Mädels haben es schon früh probiert und mögen es seitdem.

Wasservergiftung bei Babys

Trinkt ein Baby über längere Zeit viel zu viel Wasser, wird das Natrium im Blut verdünnt. Fachleute nennen das Hyponatriämie, umgangssprachlich Wasservergiftung.

Besonders gefährdet sind Babys unter 6 Monaten, weil ihre Nieren überschüssiges Wasser noch nicht gut ausscheiden können. Im schlimmsten Fall kann es zu Krampfanfällen kommen.

Darum gilt: bis zum Beikoststart kein Wasser, danach kleine Mengen, und Muttermilch oder Pre-Milch bleibt die erste Wahl.

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Häufige Fragen zu Wasser für Babys

Wie viel Wasser darf mein Baby mit 4, 5 oder 6 Monaten trinken?

Vor dem Beikoststart braucht dein Baby kein Wasser. Zeigt es die drei Beikostreifezeichen, kannst du zur Beikostmahlzeit kleine Mengen Wasser im offenen Becher anbieten. Wie viel es davon trinkt, entscheidet dein Baby. Bis zur dritten Beikostmahlzeit reichen ein paar Schlucke zum Üben.

Soll ich meinem Baby trotz Stillen Wasser geben?

Vor dem Beikoststart nicht. Das Stillen deckt den Flüssigkeitsbedarf deines Babys. Ab dem Beikoststart kannst du zu den Mahlzeiten etwas Wasser anbieten, damit dein Baby das Trinken üben kann.

Soll man Babys Wasser geben?

Ja, ab dem Beikoststart. Dann bietest du zu den Beikostmahlzeiten etwas Wasser an, und dein Baby entscheidet, wie viel es trinkt. Den Großteil seiner Flüssigkeit bekommt es weiterhin über Muttermilch oder Pre-Milch.

Wann bekommen Babys Wasser oder Tee?

Wasser gibt es ab der Beikostreife (ca. 6 Monate) zu den Beikostmahlzeiten. Tee ist kein Alltagsgetränk für Babys. Kräutertee kannst du ab der Beikostreife bei Krankheit für eine begrenzte Zeit anbieten.

Braucht mein Baby bei Fieber, Durchfall oder Erbrechen extra Wasser?

Vor dem Beikoststart bekommt dein Baby auch bei Krankheit kein Wasser. Die erste Wahl für zusätzliche Flüssigkeit ist häufigeres Stillen oder öfter Pre-Milch, auch nach dem Beikoststart. Muttermilch und Pre-Milch bringen neben Flüssigkeit auch Energie und Nährstoffe, Wasser nicht. Bei Durchfall oder Erbrechen verliert dein Baby schnell Flüssigkeit und Salze. Sprich dann mit deiner Kinderarztpraxis, ob es zusätzlich eine Elektrolytlösung braucht.

Kann Wasser die Zähne schädigen?

Dauernuckeln an der Flasche kann die Zähne belasten, auch mit Wasser. Biete Getränke deshalb im offenen Becher an und nicht in der Nuckel- oder Milchflasche (Stichwort Nuckelflaschenkaries).

Warum gibt es Wasser erst ab dem Beikoststart?

Vorher deckt Muttermilch oder Pre-Milch den ganzen Flüssigkeitsbedarf, Wasser würde nur den Magen füllen. Zum Beikoststart sind die meisten Babys reif für die Beikost, und ab dann darf Wasser zum Üben zur Mahlzeit dazu.

Wie lange Wasser für Babys abkochen?

Als Getränk zur Beikost musst du Leitungswasser in Deutschland nicht abkochen. Lass es so lange laufen, bis kaltes Wasser aus der Leitung kommt. Wasser aus Bleileitungen ist tabu, Wasser aus einem Hausbrunnen nur mit geprüfter Wasserqualität. Im Ausland kann Abkochen nötig sein.

Ab wann trinken Babys Tee?

Tee wird oft empfohlen, im Alltag ist er für Babys aber unnötig. Er kann zum Dauernuckeln führen, Geschmacksvorlieben fördern und die Zähne belasten. Bei Krankheit kannst du für eine begrenzte Zeit Kräutertee anbieten, um Beschwerden zu lindern. Fencheltee wird seit 2022 nicht mehr für Babys und Schwangere empfohlen.

Das Wichtigste zusammengefasst

  • Bis zum Beikoststart (ca. 6 Monate) braucht dein Baby kein Wasser. Muttermilch oder Pre-Milch reichen, auch bei Hitze.
  • Ab dem Beikoststart bietest du zu den Mahlzeiten ein paar Schlucke Wasser im offenen Becher an, zum Üben.
  • Ab der dritten Beikostmahlzeit braucht dein Baby zusätzlich etwa 200 ml am Tag. Mehr muss es im ersten Lebensjahr nicht sein, denn Wasser liefert weder Energie noch Nährstoffe.
  • Leitungswasser ist in Deutschland geeignet, außer aus Bleileitungen. Abkochen musst du es nicht.
  • Einen Trinklernbecher braucht dein Baby nicht. Der offene Becher trainiert die Mundmotorik.
  • Ab dem 1. Geburtstag liegt der Wasserbedarf bei rund 1,3 Litern am Tag, davon etwa 820 ml über Getränke.

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Quellen

  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Österreichische Gesellschaft für Ernährung, Schweizerische Gesellschaft für Ernährungsforschung, Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (Hrsg.).
    Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Bonn, 2016.
  • Koletzko B, Bauer CP, Cierpka M, et al.
    Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Frauen. Handlungsempfehlungen von „Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie“. Monatsschr Kinderheilkd. 2016;164(9):765-789.
  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

    Stellungnahme Nr. 030/2016 vom 28. September 2016
  • Colak H, Dulgergil CT, Dalli M, Hamidi MM.
    Early childhood caries update: A review of causes, diagnoses, and treatments. J Nat Sci Biol Med. 2013;4:29–38.
  • Kersting M, Kalhoff H, Lücke T.
    Von Nährstoffen zu Lebensmitteln und Mahlzeiten: das Konzept der Optimierten Mischkost für Kinder und Jugendliche in Deutschland. Aktuel Ernahrungsmed. 2017;42(04):304-315.
  • Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie.
    Ernährung und Bewegung im Kleinkindalter. Bonn, 2022.
  • Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie.
    Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Frauen. Bonn, 2024.
  • Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie.
    Kariesprävention im Säuglings- und frühen Kindesalter. Handlungsempfehlungen. 2021.
  • Prell C, Koletzko B.
    Stillen und Beikost. Empfehlungen für die Säuglingsernährung. Dtsch Arztebl Int. 2016.
  • Gesund ins Leben:

    Ab wann brauchen Säuglinge zusätzlich Flüssigkeit?
  • Landeszentrum für Ernährung Baden-Württemberg:

    Wasser für Babys und Kinder
  • Verbraucherzentrale:

    Trinkwasser: Das beste Getränk fürs Baby
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE).

    Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Wasser
  • Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG).

    Getränke im ersten Lebensjahr
  • Mineral- und Tafelwasser-Verordnung.

    Anlage 6: Grenzwerte für Wasser, geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung
  • ÖKO-TEST.

    Stilles Wasser im Test (2025)
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